AUTOMOBILE KULTURGESCHICHTE

Als man das Benzin noch in Glasflaschen aus der Apotheke holte und das Telefon noch Fernruf hieß, baute man Autowerkstätten ähnlich wie die Bahnhöfe in die Mitte einer Stadt.

Nahe bei den großen Hotels, in denen die Automobilisten abstiegen und deren Namen Post oder Adler ebenso wie Frankfurter Hof an die Postkutschen-Liniendienste erinnerten. Doch ebenso wenig, wie wir beim Ruf nach dem Taxi an diese ersten Linienverkehre denken, fällt einem bei CENTRAL GARAGE ein, wie wichtig das Automobil seinerzeit für
die Stadtentwicklung war.
Die CENTRAL GARAGE in Bad Homburg war der geschätzte Mittelpunkt, die sich von Anfang an für das Automobil begeisterte: 1904 war Bad Homburg Dreh- und Angelpunkt des Coupe Cordon Bennett als erstem internationalen Autorennen in Deutschland, beim Kaiserpreisrennen 1907 drückten sich Jung und Alt an deren Schaufenstern die Nase platt. Bad Homburg hatte einst dem mondänen Fürstentum Monaco die Idee der Spielbank gespendet, die 1911 das Ziel der ersten Rallye Monte-Carlo wurde. Während die internationale Auto-Sternfahrt zur Königin der Rallies avancierte musste die CENTRAL GARAGE eines Tages aus dem Zentrum der Kurstadt weichen.
Doch bevor sie in Vergessenheit geriet, ist sie nun an der Stadtgrenze von Bad Homburg neu entstanden, als Zentrum für Fahrzeughistorik mit liebevoll zusammengestellten Ausstellungen. Die CENTRAL GARAGE ist wiederauferstanden. Sie ist das neue Zentrum automobiler Kultur in der Mitte Deutschlands und in diesem Sinne so etwas wie die Manufaktur feiner Präsentationen und Ausstellungen. Insofern gewinnt der Name CENTRAL GARAGE wieder jene Bedeutung als Mittelpunkt zurück, den er einst in Bad Homburg hatte. Nur soll und wird ihr guter Ruf diesmal wohl in ganz Deutschland gehört werden.

Johannes Hübner
 
 

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